Wie die Schule zu ihrem Namen kam

 

 

 

Es gibt 1400 Grund- und Hauptschulen in Baden-Württemberg - aber nur eine Heinrich-König-Schule“, betonte Abteilungsdirektor Werner Leupolz vom Oberschulamt Freiburg am 5.6.1997 in seiner Festrede zur Namensgebung unserer Schule. Dabei war dies noch nicht einmal das einzig Besondere an diesem Geschehen, sondern die Tatsache, dass der Namensgeber selbst der Mittelpunkt des Geschehens war. Keine Handvoll Schulen erhielt nämlich in unserem Lande den Namen eines noch Lebenden. So musste der Anlass hierzu und das Erscheinen derart vieler ranghoher Gäste zu dem feierlichen und von der Schule fröhlich gestalteten Festakt schon ein ganz besonderer sein. Und der war in der Tat in der außergewöhnlichen Persönlichkeit des Namensgebers begründet:

Geistlicher Rat Pfarrer Heinrich König wirkte 57 (!) Jahre in aufopferungsvoller und vorbildlicher Weise als Priester in der  Gemeinde Mühlenbach und als Lehrer an ihrer Schule. Ganze Seiten würden die Verdienste des rührigen Geistlichen füllen. Fünf Neupriester gingen in dieser Zeit aus der Gemeinde hervor, und mit der nimmermüden Pflege des kirchlichen Brauchtums machte er das kleine Schwarzwalddorf bis weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt. Allein zur Bewunderung des etwa 1 Kilometer langen Blütenteppichs mit seinen herrlichen Mustern an Fronleichnam oder zum Besuch der Erntealtäre kamen und kommen alljährlich Abertausende aus allen Himmelsrichtungen.

Pfarrer Heinrich König

 

Der tiefgläubige, sehr feinsinnige und humorvolle Geistliche war ein Seelsorger bis zur Selbstaufgabe. Die Betreuung und Besuche der Kranken sowie die religiöse Unterweisung der Kinder waren ihm bis ins hohe Alter ein Herzensanliegen. Bis nahezu an sein neuntes Lebensjahrzehnt unterrichtete er noch in allen Klassen jeweils eine Stunde, wobei er seine Schüler vor allem mit der ehrlichen Überzeugung beeindruckte, die hinter allem, was er lehrte, für sie spürbar  war.

Dass dabei der Humor nicht zu kurz kam, zeigte die diebische Freude der Schüler, wenn ihr Pfarrer - ein Schmunzeln kaum verbergen könnend – bei einer Angelegenheit, die nicht so nach der erwarteten Vorstellung verlief, seinen berühmten Spruch über sie hinwegdonnerte: „Ja, Fixen, Fahnen, Bomben und Granaten...!“

Dass der Landtagsabgeordnete Walter Caroli Geistlichen Rat Heinrich König bescheinigte, er sei zu einer „Symbolfigur in Mühlenbach“ geworden, zeigte sich  ein halbes Jahr später am 
21. März 1998 an der tiefen Betroffenheit und Trauer, die sich wie lähmend über das Dorf legte, als man den großen geistlichen Hirten in einer beeindruckenden Weise in das Priestergrab neben seiner von ihm so geliebten St. Afra Kirche zur letzten Ruhe trug.

Alltäglich jedoch passieren unsere Schüler Jahr für Jahr an den Schultagen das von der Gemeinde Mühlenbach gestiftete Schild, das ihm Bürgermeister Karl Burger mit seinem Gemeinderat anlässlich der Namensgebung vor dem Schulgebäude errichten ließen, dessen Inschrift auch den kommenden Generationen den Grund für die Namensgebung kund tut:

Geistlicher Rat Heinrich König
seit 1940 Ortspfarrer in Mühlenbach

In Würdigung seiner Verdienste um die Erziehung der Schüler und in Anerkennung 
seines seelsorgerischen Wirkens in fast sechs Jahrzehnten wird die
Grund- und Hauptschule Mühlenbach
anlässlich seines 90. Geburtstages am 05. Juni 1997 nach ihm benannt. 

Gemeinde Mühlenbach

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote um Pfarrer Heinrich König, von dem sein ehemaliger Schüler, Stadtpfarrer Bruno Herrmann, sagte: „Er war ein wunderbares Geschenk an seine Gemeinde...“

Als Pfarrer Heinrich König 1940 seit einigen Wochen in Mühlenbach wirkte und in der Schule eines Tages wieder einmal katechetischen Unterricht hielt, zeichnete er an die Tafel fein säuberlich untereinander die einfachen Umrisse des Petersdomes, des Freiburger Münsters und der Mühlenbacher Kirche.

Auf die Frage an die Kinder, wer denn zu diesen Bauwerken gehöre und in ihnen wirke, antworteten die Schüler bei den ersten beiden Gebäuden brav: der Papst und der Erzbischof. Als der Pfarrer nachhakte, wen denn die Mühlenbacher Kirche habe, streckte ein Maidli eifrig den Finger und verkündete, als es aufgerufen wurde, stolz: „Mir hen e König !“